Sonntag, 28. Februar 2010

Gosch kommt nach Büsum Teil II


Egal, ob ich mich in der Handballhalle, auf dem Fußballplatz, beim Boßeln oder beim Einkaufen befinde, ich halte immer Augen und Ohren geöffnet, um interessante Infos aufzuschnappen, die ich dann an euch weitergeben kann. Heute habe ich aus einer absolut zuverlässigen Quelle erfahren, dass "Gosch" tatsächlich nach Büsum kommt. Wo bisher immer noch ein Rest an Zweifel übrig war, ist es jetzt wohl beschlossene Sache, dass der Laden auf dem Grundstück entsteht, wo sich im Moment noch das alte Haus des ehemaligen Hafenmeisters befindet (da, wo bisher Fischbrötchen aus einen Verkaufswagen verkauft wurden, am Ende der Fußgängerzone). Zuerst soll eine Holzhütte aufgestellt werden, damit es in dieser Saison noch losgehen kann und im nächsten Jahr wird das alte Haus abgerissen und alles wird neu aufgebaut. Natürlich wird Herr Gosch nicht selber in Büsum sein, denn er ist immer in seinem Laden in List. Sobald es in dieser Sache Neuigkeiten gibt, werdet ihr natürlich sofort darüber informiert. (Foto:gosch.de)

Samstag, 27. Februar 2010

Feldboßeln bei uns in Dithmarschen

Wie bereits gestern angekündigt, hab ich mich heute auf den Weg zum Hillgrovener Außendeich gemacht, um beim Boßeln zwischen Süderdeich und Reinsbüttel zuzugucken. Wenn jetzt der eine oder andere von euch überlegt, wo der Hillgrovener Außendeich ist, dann ist das nicht verwunderlich, denn ich wußte auch nicht so genau, wo der Wettkampf stattfindet...es ging in Richtung Eidersperrwerk und dann irgendwann übern Deich und dann noch ein ganzes Stück weiter. Da, wo sich normalerweise Hase und Fuchs "gute Nacht" sagen. Heute waren aber außer ein paar Möwen keine Tiere zu sehen und das war auch besser, denn die Boßler werfen die kleine 500g schwere Pfundkugel ca. 45m weit.
Zur Begrüßung rufen sich alle ein freundliches "Lüch op" zu, was wohl soviel heißt wie "heb auf", aber warum man das ruft, konnte mir keiner so genau sagen...
Überhaupt wird möglichst alles auf platt gesprochen, naja, wir sind ja auch schließlich in Dithmarschen.
Am Anfang wird festgestellt, wieviele Boßler gekommen sind, denn in beiden Mannschaften werfen genau glich viele. Es wird eine Reihenfolge festgelegt, die während der 2 Durchgänge eingehalten wird (es gibt eine Ausnahmeregelung, wenn jemand keine Zeit hat und schnell wieder nach Hause muß, aber das möchte ich hier jetzt nicht erklären, das würde zu weit führen). Der 1. Durchgang geht in die eine Richtung übers Feld, der 2. geht den gleichen Weg zurück. Und das Feld ist ganz schön groß wie ihr seht!
Gemessen wird ein Wurf anders als man es normalerweise kennt nicht da, wo die Kugel aufkommt, sondern da, wo sie hinrollt bzw. hintrüllt (plattdeutsch). Diese Stelle wird dann mit einem Stock markiert. Das ist die Aufgabe der sog. Stockleger.
Auch wenn die Werfer höchst konzentriert sind, kann es passieren, das eine Kugel zur Seite wegfliegt und deshalb hört man öfters mal "kiek ut", was soviel heißt wie "pass auf". Natürlich muß man sich da erstmal angesprochen fühlen, wenn man wie ich mit seinem Fotoapparat durch den Modder stolpert...
Damit auch jeder weiß, wo er hinwerfen muß, hat jede Mannschaft ein Fahne, die an der Stelle geschwenkt wird, wo die Kugel hingeworfen werden muß und unter dem lauten Anfeuerungsgeschrei der Mannschaftkameraden läuft der Werfer mit ausgestrecktem Arm an und dreht sich im letzten Moment einmal um die eigene Achse.















Ganz super wichtig ist natürlich die richtige Verpflegung und da bietet sich ja bei diesen lausigen Temperaturen ein schöner Schluck Schnaps an. Am Besten nach jedem Wurf, damit man gar nicht erst kalt wird. Die Schlachtenbummler feuern nicht nur ihre Mannschaft an, sondern sie tragen auch die Verantwortung für die Buddeln!
Natürlich wird auch sehr auf Sauberkeit geachtet, denn die Kugel kann ja ohne weiteres auch mal in einem Schlammloch oder in einer Pfütze landen und da nach dem Tauwetter der letzten Tage überall Schlamm und Pfützen waren, hatten die beiden Kugelputzer, wie sie sich nennen, alle Hände voll zu tun. Es sind 2, denn auch hier stellt jede Mannschaft ihren eigenen Kugelputzer.
Am Ende der beiden Durchgänge wird der Sieger ermittelt. Heute hat ganz knapp Reinsbüttel gewonnen, aber erst der letzte Wurf brachte die Entscheidung und so war es bis zum Schluß äußerst spannend.
Die beiden Mannschaften stellen sich noch im Kreis auf und der Vorsitzende einer jeden Mannschaft spricht noch ein paar Worte. Dann geht es zum Aufwärmen gemeinsam ins Dörpshus der ausrichtenden Mannschaft.
Ich habe heute nachmittag auch noch gelernt, was ein "Schott" ist und das die Mannschaft "die goldene Kugel" überreicht bekommt, die 3 Mal die andere Mannschaft geschlagen hat, aber das würde jetzt alles zu sehr ins Detail gehen.
Mein Fazit für diesen Nachmittag: es war zwar ein bißchen kalt, aber ich glaube, den Boßlern hat das überhaupt nichts ausgemacht, wie man an den Bildern oben sieht. Jeder Werfer war absolut ehrgeizig und wollte unbedingt gewinnen, aber am Schluß war alles total freundschaftlich und entspannt. Ich war den ganzen Nachmittag draußen und hab mein Plattdeutsch ein bißchen aufgebessert (naja, ehrlich gesagt, kann ich es eigentlich nur verstehen, sprechen kann ich es nicht). Es hat unheimlich Spaß gemacht zuzuschauen und endlich kenn ich die Regeln beim Boßeln, wurde ja auch langsam mal Zeit.

Freitag, 26. Februar 2010

Die Büsumer Werft Teil II





Nach einer Wirtschaftskrise, während der nur Reparaturaufträge eingehen, hat die Werft im Jahre 1932 ihren Höhepunkt. Die Fischereiflotte umfasst zu diesem Zeitpunkt 130 Kutter, so viele werden es nie wieder. Auf dem Foto rechts guckt man auf den heutigen Ankerplatz, dahinter liegt das "Haus des Kurgastes", damals noch ein Hotel und das kleine Gebäude dahinter ist eine Lesehalle. Hinter der Lesehalle läuft der Ostdeich, der damals ein sog. Damenstrand war. Ich werde versuchen, noch ein bißchen was über den Damenstrand zusammen zu suchen, dann werde ich darüber nochmal extra berichten...Wenn damals der hinterste Kutter auslaufen wollte, mussten alle anderen zur Seite fahren, so hat es mir Herr Braune erzählt. Auf dem Foto links ist der Büsumer Leuchtturm noch schwarz.
4 Schiffe werden für Büsumer Fischer gebaut. Danach geht es mit der Werft wieder bergab. Erst als 1936 der Hamburger Schiffbaumeister Wilhelm Sielaff (der glücklicherweise mit einer Büsumerin verheiratet ist) die Werft übernimmt, werden die Zeiten wieder besser. Er baut die 1. Querslipanlage an der Westküste.
Das Foto rechts zeigt die Sielaff-Werft am 15.9.1938.
Querslipanlagen sind besonders geeignet für größere Schiffe, da diese quer ins Wasser gelassen werden.




Bei den Olympischen Spielen im Jahre 1936 gewinnen von Sielaff gebaute Kajaks 2x Gold, 1x Silber und 1x Bronze. Allerdings muß ich hinzufügen, dass diese Kajaks in seiner Hamburger Werft gebaut worden waren und nicht in Büsum.
Ab 1937 werden immer mehr Schiffe gebaut, so dass die Liegeplätze nicht mehr ausreichen. Der Hafen wird vergrößert. Außerdem wird die 1. Schleuse sowie die Ost- und Westmole gebaut (1937-41). Die Werft soll ins Hafenbecken III verlegt werden. Allerdings verhindert der 2. Weltkrieg, dass die Baumaßnahmen in vollem Umfang durchgeführt werden können.
Am 25.4.1953 wird erstmals ein Betriebsratsvorsitzender von der Belegschaft gewählt. Er heißt
Gustav Gierke und bleibt 23 Jahre im Amt.
1957 Endlich hat die Werft ihren endgültigen Standort am Kopf des Hafenbeckens III erreicht. Mittlerweile arbeiten 200 Leute dort.
Die Fotos oben zeigen den Bau der Schleusenkammer.












Natürlich geht die Geschichte der Büsumer Werft noch weiter, aber morgen werde ich erstmal für euch bei einem Boßelwettbewerb mitmachen. Das heißt, ich werde zuschauen, Fotos machen und Infos über diese traditionelle Sportart sammeln. Allerdings nur, wenn es nicht in Strömen regnet...

Donnerstag, 25. Februar 2010

Die Büsumer Werft Teil I

Ich hab mal ein bißchen in der Geschichte gestöbert und verfolgt, wie sich die Büsumer Werft und der Hafen im Laufe der Jahre verändert und entwickelt haben, bis die Werft dann am 30. September 1986 um 15.30h nach Beendigung der letzten Schicht geschlossen wurde. Viele Infos habe ich dazu im Internet gefunden, aber ganz interessant und wertvoll war mein Besuch im Amtsarchiv. Der Archivleiter Herr Braune hat mir Hintergrundwissen vermittelt und alle alten Bilder, die ich in diesem und den folgenden Berichten reinstelle, durfte ich aus seiner Sammlung abfotografieren. Einen ganz besonderen Dank an Herrn Braune, der mir freundlicherweise seine Zeit zur Verfügung gestellt hat!
1720 entsteht das Hafenbecken I, das jedem besser als Museumshafen bekannt sein dürfte. Den Namen Wilhelm Külper kennen bestimmt auch viele von euch von der Wilhelm-Külper-Straße (Parallelstraße zur Bahnhofsstraße). W. Külper, ein Störfischer (der Stör ist ein Fisch aus der Urzeit und der einzige heimische unechte Knochenfisch; gilt heutzutage nahezu als ausgestorben; Anm. von mir) führt 1895 das Fischen mit Netzen aus Segelbooten ein-die heutige Kutterfischerei.
Schnell gehen 12 Kutter auf Fischfang und da an diesen Kuttern auch Reparaturen durchgeführt werden müssen, wird am 10.1.1902 in einer Generalversammlung des Büsumer Fischervereins, dessen Mitbegründer Wilhelm Külper war, ein "Antrag an das Kirchspiel um Überlassung eines Grundstücks am Hafen zwecks Anlegung eines Hellings" gestellt. (Helling ist der Platz auf der Werft, auf dem neue Schiffe gebaut werden; auf den Docks werden die Schiffe repariert). Dem Antrag wird stattgegeben und es entsteht die 1. Büsumer Werft, damals noch auf dem Gelände des heutigen Tonnenhofes.
1905/06 wird das Hafenbecken I vergrößert und das Hafenbecken II gebaut. Bis 1927 bleibt die Werft unter der Leitung von Hermann Albers auf diesem Gelände, dann wird sie abgerissen, der Tonnenhof entsteht. Inzwischen ist "die neue Insel" (zwischen Hafenbecken II und III, wo heute z.B. das "Museum am Meer" liegt) errichtet worden. Dort entsteht die neue Werft. Am 11.10.1927 wird die "Feuerland" vom Stapel gelassen und läuft am 24.11.1927 nach einem Gottesdienst unter Glockengeläut aus dem Büsumer Hafen aus. Sein Eigner ist Gunther Plüschow, eigentlich ein Flieger und er macht sich auf den Weg nach Südamerika, um das weitgehend unbekannte "Feuerland" zu erkunden. 1931 stirbt Gunther Plüschow bei einem Flugzeugabsturz in Argentinien. Im Jahre 2006 wird die Feuerland von den Falkland-Inseln wieder in den Büsumer Hafen gebracht, wo man sie seitdem im Museumshafen gewundern konnte bis sie vor einiger Zeit nach Hamburg zur Restaurierung gebracht wurde. Nach Abschluß der Restaurationsarbeiten kommt das Schiff natürlich wieder zurück in unseren Hafen.
Das war der 1. Teil über den Büsumer Hafen und die Werft. Ich habe alles nach besten Wissen und Gewissen geschrieben und hoffe, dass mir keine Fehler unterlaufen sind!

Mittwoch, 24. Februar 2010

Jeder braucht mal Pause...


...und ich hab heute meinen freien Tag! Morgen verkriech ich mich dann für einige Zeit im Amtsarchiv, um ein paar Dinge für euch zu recherchieren. Ich hab schon wieder einige Ideen im Kopf, die ich dann "zu Papier" bringen möchte. Ich wünsch euch noch einen schönen Abend und eine gute Nacht!

Dienstag, 23. Februar 2010

Von Winterpause kann keine Rede sein!

















Wie ich ja letztens schon angedeutet habe, tut sich was im Köpi. Nicht ohne Grund komm ich erst abends dazu, meinen Blog zu schreiben und manchmal fällt der Bericht dann auch ein bißchen kürzer aus. Wie ihr seht, malen und werkeln wir fleißig herum...

Mir ist ein Fehler unterlaufen :(

Als ich gestern die Internet-Adresse des Kitesurf-worldcup eingegeben habe, ist mir ein Fehler unterlaufen, jetzt versuch ich's nochmal...ihr wisst ja, Frauen und Technik, das klappt eben doch nicht immer :( www.kitesurf-worldcup.com

Montag, 22. Februar 2010

Schon mal vormerken...


...vom 13.-16.5.2010 findet ein Kite & Rockfestival am Büsumer Sandstrand statt. Hoffentlich ist das Wetter gut und es gibt genug Wind, denn dann verspricht der Veranstalter tolle Freestyle-Manöver, die die Kitesurfer den ganzen Tag über auf den beiden Teichen am Sandstrand dem begeisterten Publikum vorführen. Unter www.kitesurf-worldcup.com findet man noch mehr Infos und wenn man bei google "Kitefreaks Büsum, Kiten in Büsum" anklickt, kommt man auf die Homepage der Büsumer Kiteschule. Für einige von euch ist das doch bestimmt interessant, oder? Foto: Brand Guides

Sonntag, 21. Februar 2010

Der Winter stresst....


...und was ist das beste Mittel gegen Stress? -Urlaub...und zwar an der Nordsee. Und bitte dann doch gleich in Büsum (Anm. von mir). Damit wirbt das Vitamaris. Jeder Büsum-Besucher kennt das große Gebäude, das direkt neben dem Museumshafen am Deich liegt, aber nutzen tun es lange nicht alle. Die jodhaltige Luft und die "ausgeglichenen" Temperaturen (wenn es nach mir ginge, könnte es oft ruhig ein bißchen wärmer sein) werden von unseren Gästen sehr geschätzt und der Ort, ganz besonders der Hafen, bieten ein besonderes Flair. Wenn man es sich dann nochmal so richtig gutgehen lassen will, sollte man sich ruhig einmal das umfangreiche Angebot im Vitamaris anschauen. Wellness wird dort ganz groß geschrieben. Der Gast wird eingeladen, die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen und sich einfach nur wohl zu fühlen. Es gibt verschiedenen Saunen, in denen man bei sanften Klängen und verschiedenem Licht schwitzen kann, um hinterher die frische Nordseeluft und den wunderschönen Blick aufs Meer zu genießen. Aber das ist noch längst nicht alles: es gibt einem Hamam und ein Serail-Bad, wo der ganze Körper eingeschlämmt wird, um die Haut richtig schön zu pflegen. Verschiedene Verwöhnmassagen lassen die Gäste ins Schwärmen geraten und durch Ayurveda soll "der Körper und das Bewusstsein in Einklang gebracht werden" und sogar kranken Menschen soll dadurch geholfen werden, "denn sie ist zugleich Heilkunde". Wer sich gerne körperlich betätigen will, kann in dem hauseigenen Fitness-Studio an verschiedenen Kursen teilnehmen und seinen Körper an den Fitnessgeräten auspowern.
Es gibt aber auch von Krankenkassen verordnete sogenannte ambulante Badekuren oder Mutter-Kind-Kuren, deren Anwendungen ebenfalls im Vitamaris durchgeführt werden.
Ich hoffe, mein kleiner Beitrag hat euch ein wenig neugierig gemacht. Noch viel mehr Infos findet ihr unter www.vitamaris-buesum.de. Vielleicht schaut ihr einfach mal rein.
Jetzt bleibt mir nur noch, euch einen schönen Sonntag zu wünschen, bis morgen

Moin aus Büsum