Montag, 24. Februar 2014

"Helden ohne Ruhm"- Seenotretter; die nobelste Gilde aller Seeleute

Ich hatte euch ja schon angekündigt, dass ich am Sonnabend einen Bericht über 4 Seenotretter gelesen habe, die am 23.2.1967 auf hoher See ihr Leben verloren haben.
Nachdem ich nun gestern erstmal die Niederlage "meines" BVB verkraften musste und natürlich auch das schöne Wetter ausgenutzt habe, werde ich jetzt darüber schreiben, denn der Bericht ist mir sehr ans Herz gegangen.
Vielleicht habt ihr ja auch schon mal die Gedenkplatte gesehen, die im Museumshafen links neben dem Ankerfriedhof liegt.

Sie soll an 2 Büsumer erinnern, die bei einer Rettungsaktion am Abend des 23. Februar 1967 ihr Leben verloren.
Eigentlich wollte der Büsumer Otto Schülke an diesem Tag zu Hause bei seiner Familie sein, war es doch sein 53. Geburtstag und außerdem sein Hochzeitstag, aber genau wie Günter Kuchenbecker, der ebenfalls aus Büsum stammte und mit Schülkes Schwester verlobt war, konnten sie wegen des schlechten Wetters nicht abgelöst werden und so mussten sie an diesem stürmischen Tag ihren Dienst auf dem Rettungskreuzer Adolph Bermpohl weiter verrichten. Im Orkan bei 14 Beaufort und Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km/h waren sie mit 2 weiteren Besatzungsmitgliedern vor Helgoland im Einsatz, um in Seenot geratene Seeleute zu retten. So kam es, dass sie in die 8 Meter hohen Wellen hinausfuhren, um der Besatzung des holländischen Fischkutters Burgermeester van Kampen zu helfen. Während der Fischkutter schon sang, gelang es den erfahrenen Seenotrettern, den Kapitän mit seiner Besatzung auf ihrem Tochterschiff Vegesack zu bergen und vor ihnen in Richtung Helgoland zu fahren. Gegen 19.00h sah der Leuchtturmwärter von Helgoland auch kurz das Toplicht und die grüne Seitenlaterne eines Schiffes, jedoch verschwand das Licht gleich wieder und er ging davon aus, dass das Schiff nach Norden davongefahren wäre. Tatsächlich passierte aber wohl genau in diesem Augenblick das Unglück, dass 7 Seeleuten das Leben kostete.
Es wurde hinterher so rekonstruiert, dass die Lage der geretteten Holländer wohl als lebensgefährlich eingeschätzt wurde und sie auf den Seenotrettungskreuzer gebracht werden sollten. Aus diesem Grund stoppten die beiden Schiffe nebeneinander. In dem Moment muss sich eine Riesenwelle hinter ihnen aufgetürmt und alles unter sich begraben haben. Am nächsten Tag wurden die Adolph Bermpohl sowie deren Tochterschiff gefunden, aber ohne Überlebende.
Und nun werde ich den letzten Abschnitt aus der DLZ vom 22.2.14 zitieren:
Die Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben bei dem Versuch, andere zu retten. Ein Vormann hat die Haltung der etwa 180 fest angestellten und mehr als 800 ehrenamtlichen Seenotretter einmal so beschrieben: "Wir sind keine Helden, wir sind Profis!" Doch für viele Menschen - und sicherlich für alle aus Seenot Geretteten und deren Angehörige - sind sie beides.


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Moin aus Büsum