Donnerstag, 19. Juni 2014

Die Zukunft von Büsum....

....kann natürlich keiner vorhersagen, aber es tut sich baulich und politisch mal wieder jede Menge.
Büsum hat seit Sonntag einen neuen Bürgermeister! 
Einige von euch hatten ja die 1. Wahl Ende Mai miterlebt und wissen, dass es zu einer Stichwahl zwischen Hans-Jürgen Lütje und Thomas Bultjer kommen sollte, die Hans-Jürgen Lütje am vergangenen Sonntag knapp für sich entscheiden konnte.
Von dieser Stelle noch einmal "herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wahl"!
Und dass in Büsum immer viel gebaut wird, wisst ihr auch....das Hotel Friesenhof in der Nordseestraße wird schon seit längerer Zeit ordentlich aufgestockt und nun ziehen das Schelf-Hotel in der Hohenzollernstraße und demnächst auch das Hotel Hafen Büsum am Ostdeich nach und sollen vergrößert werden. 
Die auffälligste Baustelle wird es aber wieder direkt am Deich geben, wenn das Vitamaris abgerissen und dort ein ganz neues Hotel entstehen wird (darüber habe ich bereits berichtet).
Nun kommt aber ein ganz neues Problem auf die Verantwortlichen zu: für die Behandlungsräume des Vitamaris muss eine vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden. Die bisher dort angebotenen Behandlungen können nicht in den anderen Arztpraxen übernommen werden, denn die Investoren werden das geplante Hotel nur mit integriertem Vitamaris bauen.
Eine Verlegung in die untere Etage des Gäste- und Veranstaltungszentrums (GVZ) ist zu teuer und außerdem sind die Räumlichkeiten zu klein und eine Verlegung nach Heide, auch mit eventuell angebotenem Bus-Shuttleservice, sei für die Patienten unzumutbar. Bleibt die Frage: Was wird aus dem Vitamaris?
Aber das ist noch nicht alles, was in Büsum gebaut wird bzw. werden soll....
Laut DLZ vom 16.6.14 liegen der Zeitung Informationen vor, dass der Reiseveranstalter TUI Interesse am Bau einer Ferienanlage bei uns in Büsum bekundet hat.

Auf diesem Feld nördlich des Großparkplatzes an der Umgehungsstraße/Dithmarscher Straße soll diese Anlage entstehen, die 1200 Betten und 60 Ferienhäuser auf Warften beinhalten soll.
Ob es allerdings zum Bau dieses gigantischen Vorhabens kommt, ist noch nicht beschlossen, da die Gemeindevertreter noch nicht darüber abgestimmt haben. Was aber schon beschlossenen Sache ist, ist der Bau eines Verbrauchermartkes in dieser Region. 
Ich bin gespannt, wie diese Planung weitergeht, denn zugegeben, es erinnert uns alle sehr an den Bau des Horizont-Parks und des West-Coast-Projekts, die ja bekanntliuch beide nie stattgefunden haben. 

3 Kommentare:

  1. Von nichts, kommt nichts….


    Der Trend gehe weg von einer einfachen komfortablen Ferienwohnung mit Familienanschluss oder einem Ferienhaus mit persönlicher individueller Note, so wie es sie bereits seit Jahren an der deutschen Ostsee- oder Nordsee Küste gibt. Gefragt seien nun auf dem Reißbrett geplante Feriendörfer mit eigenem Dorfzentrum und Spaßfaktor.

    Den Käufern der Ferienimmobilien durch Investitionsfonds winken scheinbar mühelos erzielbare gute und sichere Renditen, weil sich die Reisebranche und Gäste um solche Ferienanlagen „reißen werden". Und dies ist die ganz große Chance für Büsum!

    Verdient haben an den Erholungssiedlungen bisher vornehmlich Baufirmen und Grundstücksveräußerer. Die Rendite für die Investoren ist in der Regel dürftig; für Kommunen, die oft großzügig mit Grund und Geld helfen, kommt wenig oder gar nichts dabei heraus. Es geht nämlich ausschließlich nur um den Profit der Betreiber und Investoren etc. und nicht um die Wachstumsinteressen eines Ferienortes wie die von Büsum.
    Der geplante Erholungskral „Blauer Koog“ der TUI Gruppe mit Anbindung an Büsum erscheint einigen Büsumer Honoratioren und Unternehmern als Erfolgsgarant, auch wenn durch die eintönige Siedlung vermutlich die Landschaft verschandelt wird und das Gebiet zu einem Überschwemmungsgebiet gehört. Das TUI Best Family Dorfhotel auf Sylt in Rantum ist dafür ein Paradebeispiel und sorgte schon vor Ort für allerlei Diskussionen.

    Der größte Teil, der Lokalpolitiker aus Büsum. sowie das Schleswig Holsteinische Ministerium für Wirtschaft, fördern eine Neu- Ausrichtung im Tourismusbereich in Büsum und/ oder winken eventuell mit Fördergeldern und Bürgschaften für dieses Traumprojekt. Andererseits sind circa ein Drittel der Büsumer Vermieter angeblich unwirtschaftlich und sollen im landesstaatlichen Interesse verdrängt werden. Das heißt im Klartext: Vermieter mit unter neun Betten sind laut öffentlichen Stimmen oft veraltet oder unprofessionell geführt und bringen letztendlich keine nennenswerten Steuereinnahmen. Sie sind somit „ein Dorn im Auge“ der Landesregierung Schleswig- Holsteins und von einigen Gemeindevertretern. Obwohl seit dem Deichumbau viele kleine Vermieter, zum Teil mit hohen Krediten, Ihre Ferienwohnungen modernisierten und seit gut zehn Jahren auf eine Sanierungsimpuls von seitens der Gemeinde warteten.

    In anderen Feriendörfern hilft oft all der touristische Schnickschnack nicht - die nötigen Gäste bleiben in der Vor-, Nach-, und Wintersaison trotzdem aus. Bleiben die Gäste aus, dann gehen auch die Rechnungen der Kommunalpolitiker nicht auf. Mit Millionen von Steuergeldern müssen sie in Vorleistung treten, um Straßen, Gehwege und Parkplätze, Strom- und Wasserleitungen, Kanalisation und Kläranlage für das vermeintlich zahlungskräftige Best Family Feriendorf TUI Klientel bereitzustellen. All das zahlt sich nicht aus, wenn das Hoteldorf aber nur zur Hälfte ausgebucht ist. Zum Schluss zahlen dann wieder einmal die Gemeinden wie Büsum für die expansiven Träume einiger Touristik- Manager und wachstumsorientierten Visionäre. Siehe auch das Feriendorf Projekt in Kappeln: Port Olpenitz GmbH – Insolvenzverfahren.
    Diese Gesichtspunkte sollten die Gemeindepolitiker zum Nachdenken anregen und nicht zu einem „Schnellschuss“ verleiten lassen. Büsum hat nach dem Deichumbau derzeit das größte Wachstumspotential in Schleswig – Holstein und sollte sich nicht unter Wert verkaufen.
    Büsum sollte wachsen, sollte modernisiert und zeitgemäß seinen Platz an der Westküste finden. Aber nicht mit Quantität, wie beispielsweise in Aldi Reiseprospekten angepriesen, sondern mit hochwertiger Qualität, Verantwortung, Naturverbundenheit und Weitsicht. Nur so werden wir in Zukunft unsere Feriengäste begeistern. Und wenn Büsum noch im Interaktionsbereich (Indoor -Spielhalle für die Lütten) und in der Infrastruktur für ganz Büsum investieren würde, wäre langfristig das Wachstum garantiert.

    AntwortenLöschen
  2. Ich bin 30 Jahre alt und komme nun schon seit meiner Kindheit jährlich nach Büsum. Dass dort nun auch einige Hotels entstehen, finde ich sehr schade. Büsum ist ein sehr schöner Ort zum Erholen und da geh ich nicht hin, weil ich ein dementsprechendes Hotel möchte, sondern weil ich gerne so lebe wie die Einwohner dort und auch gerne Kontakte zu diesen pflege. Früher sprangen auch am Hauptstrand sehr viele Kinder herum; das hat stark nachgelassen, nachdem der Strand umgebaut wurde und die Familienlagune besonders für Familien attraktiver gemacht wurde. Wenn ich früher am Strand lag und auch dort die Kinder gespielt haben, empfand ich das als sehr erholsam. Ich selbst habe sehr viele Leute kennengelernt und bin auch noch heute mit einigen in Kontakt. Für mich ist Büsum wie eine zweite Heimat. Zu modern sollte es nicht werden, sonst verliert es an Charme und ist irgendwann überfüllt. Nur weil die Investoren damit Profit schlagen, heißt das noch lange nicht, dass das Büsum gut tun wird!

    Grüße aus Bayern!

    AntwortenLöschen
  3. Bin schon einige Jahre immer wieder gerne nach Büsum gekommen.Da jetzt direkt am Hauptstrand (Vitamaris )ein großes Hotel gebaut wird,bin ich doch sehr enttäuscht. Das paßt einfach nicht ins Bild von dem schönen urigen Museumshafen. Habe dort immer gerne auf den Bänken gesessen und den Blick genossen.Aber demnächst mit so einem Komplex im Hintergrund??? Werde schon dieses Jahr nicht mehr nach Büsum kommen, schade das diese Idylle zerstört wird.Man kann sich auch kaputt planen.....Bin bestimmt nicht alleine der Ansicht....Es werden bestimmt noch einige Stammgäste weg bleiben.....Massentorismus ist angesagt....
    Grüße aus Niedersachsen

    AntwortenLöschen

Moin aus Büsum